Kunst ohne Grenzen.

Poesie

Erwartungen

Regentropfen fielen auf die grauen Steine,
Verfolgt von einem scharfen Sonnenstrahl.
Mit leisem Kitzeln weckten sie den Samen,
Der noch nicht von den Raben ausgepickt,
Nur durch den Wind zu einer anderen Erde gebracht wurde.

Etwas sprang plötzlich, etwas bewegte sich,
Und obwohl es ihm so schwer war hinauszukommen
Durch den noch harten und vereisten Boden,
Ließ er seinen grünen Trieb auf zum Himmel wachsen
Und wieder, doch nicht mehr gleich, erwachte er zum Leben.

Alles zieht bereits mit langsamen Tanz Richtung Sonne,
Das traurige Grau weicht schon dem fröhlichen Grün.
Nur noch wenige Seelen der Welt kreisen unruhig,
Leise wachen sie und warten ungeduldig auf das Zeichen
zum Aufbruch der fälligen Reise.

Erwache endlich! – es ist bereits die fröhliche Zeit angebrochen,
Glaube an diese kosmische Kraft, die auf dich gefallen ist.
Man muss wieder geboren werden, lieben, und träumen,
Erlaube einer verzweifelten Seele in sie hineinzudringen
Und komm zur Begrüßung dieses herrlichen Frühlings.

Krystyna Meduna

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